Lieben lernen & die innere Leere

5 November 2009 - Leave a Response

Clicheehaft müßte dieser Eintrag mit „Liebes Tagebuch“ anfangen,

ich addressiere das Ganze wohl eher an: Liebe Chronik des Leides und der Freud, des Lebens und des Todes, des Hier und Jetzt, der Vergangenheit und der Zukunft. Ich habe lieben gelernt, es war keine Liebe auf den ersten Blick, noch war es dieses tiefere innere Verständniss… nichts von all diesen klassischen Requisiten die in jedem guten Drama vorkommen. Nein ich habe mich nicht verliebt, ich habe lieben gelernt. Basis all diesem ist nicht blinde Tollheit aufeinander, noch sexuellkörperlich-orientierte Geilheit. Nein es ist einfach – wie in Pulp Fiction beschrieben – dieses angenehme Schweigen das man haben kann wenn man weiß man hat jemand ganz besonderen gefunden. Es ist anders als jeher, es ist neu – und ich weiss nicht ob ich es gut heißen soll. Ich bin in den letzten Jahren zu skeptisch geworden was Liebe, Freud, Eigenheit oder gar einfach Zweisamkeit angeht. Sie macht mich glücklich, ihr Umfeld nicht. Das ganze ist ein einziges Debakel – und vieleicht ist es nur mein bizarrer Hang zum morbiden Drama der sich, mich an dieser Situation ergözen lässt. Die Zeit wird zeigen ob ich verletzt werde oder „glücklich“. Doch jene drängt mit Verpflichtungen die ich nicht möchte… naja so long, zumindest zu diesem Thema.

Trotz dieser Situation verspühre ich eine tiefe Innere leere, jedesmal wenn ich alleine bin. Ich habe das Verlangen mich zu betäuben, zu rennen, mich selbst zum schweigen zu bringen. Ich bin Auto-Aggresiv auf eine Weise die nicht zu mir passt. Alles was narkotisiert, betäubt, lähmt zieht mich an, ich begehere diesen Zustand der mir die Zeit stiehlt, mein leben ist „kontraktiv“ zum Leben, es zieht mich in mich selbst. So bizarr das jetzt klingen mag – es ist war. Ich betreibe wiede r Realtitätsflucht, mein „Authismus“ kommt wieder zum vorschein – bis zu dem Moment wo ich oben gennante Person sehe. Es muss einen Schlüsselreiz gegeben haben der dies wieder auslöste aber ich finde ihn nicht. I am drowning in emotional void um aus meinem zuletzt geschriebenen Lied zu zitieren. Ich brauche Freiheit und suche die Einsamkeit und doch möchte ich nicht Einsam sein und irgendwie scheine ich Freiheit mit Einsamkeit gleichzusetzen obwohl hier keinerlei Zusammenhang in meinem logischen Denken besteht. Ich vermisse meine „beste Freundinn“ oder wie auch immer man sie nennen möge, mit ihr habe ich Freiheit erlebt. Gelebte erlebte nie erreichbare Freiheit. ARGH. Meine neurologische Vernetzung gleicht gerade einem Knoten und in mir herrscht emotionales Chaos.

Non-existent. God. Damn. It.

wieder einmal herrscht ein song der situation vor…

You stole my pure intentions
You are the sickness in between
You taught me to be sad as you
You almost made me take it all
You bend me and you shake me
You beg me then you break me
You made me feel like a sinner
Now you fear you’ll die alone
Let me in, I’ll bury the pain

The sickness that you are
A plague that made me starve
Do you think you can show me
How I come this far?

so long kj~

So lasst uns etwas Zeit verlieren…

27 Oktober 2009 - Leave a Response

… den es fließt noch Blut

& strömt noch Geist.

 

. . . nicht viel, aber viel sagend.

. . . wenn das Leben am Ende steht, schließt sich der Kreis – Tue ich das Richtige? Gibt es Richtig? Ich glaube nicht.

Winter…

27 Oktober 2009 - Leave a Response

Der Schnee er wird bald fallen,

noch ist nichts gefroren doch kalt,

dies ist meines Leben’s Winterzeit

das Grau es geleitet meinen Tag

ohne Hoffnungsschimmer, keine Farben

nur die Sehnsucht die mich plagt,

nach Freiheit, nach Leben,

könnt ich nur den Sommer wieder leben,

jetzt in meines Lebens Winterzeit

… und ohne Hoffnung im Schnee begraben.

The beauty of live and eternal war…

22 August 2009 - Leave a Response

Leben ist Krieg.

Kampf, bis zum Sieg.

Vivere militare est.

Ich bin verloren in einem Irrgarten der Paradoxie, ich wandle auf einem schmalen Pfad durch jenen dunklen Wald der das Leben darstellt. Alleine, doch nicht Einsam. Ein Leben das mir geschenkt wurde und das ich nicht verschwenden darf und trotz allem sehe ich zur Zeit keinen Grund dies nicht zu tun. Verschwenden. Sterben. Für einen sinnlosen Kampf mit mir selbst der wohl nie enden wird. Mein Leben ist jeden Tag aufs neue ein Kampf, kein ersichtlicher… er tobt tief in mir und zerstört, verschwendet, vernichtet. Alles was ich je getan habe und jemals tun werde wird nie von bedeutung sein. Aus all meinen Werken kann für andere kein tieferer Sinn gezogen werden. Ich bin autodidaktisch in einem Kreis aus dem effektiv nie neues Wissen ensteht nur Standpunkte und Perspektiven geändert werden. Alte Thesen vernichtet und im selben Atemzug selbe These wieder aufgestellt wird. Eine ewige Selbstunzufriedenheit. Der Kampf mit mir selbst.

unverständlich.

wunderschön.

zerstörerisch.

. . .

6 Juni 2009 - Leave a Response

es gibt nicht viel zu sagen.

es gibt nichts zu sagen.

und doch so viel.

Ich weiss nicht mehr wo das Leben anfängt und wo es endet. Wieso? Wofür? Es gibt keinen Morgen, doch geht die Sonne morgen wieder auf. Es ist ein Kreis und doch hat es Anfang und Ende doch sind sie unersichtlich. Hach ja…

traurig.

so long kj

#110419 [Logged in]

2 Juni 2009 - Leave a Response

Man mag sich um den Titel wundern, naja, Willkommen in einer Welt in der weder Name noch Charakteristik Bedeutung haben. Ich schreibe heute um Städte zu errichten und Nationen zu bevölkern, einzig in euren Köpfen, ein Pseudoutopisches Konstrukt das ich vor euren Augen errichte und einreißen werde. Willkommen in der Apokalypse.

Augen auf! … Langsam realisierst du das du geschlafen hast, es fangen erste Gedanken an sich zu manifestieren. Was mache ich hier. Langsam aber sicher wird der Körper wahrgenommen, der erste Schritt des morgentlichen Erwachens. Noch wirr sortierst du alles in deinem Kopf, alles wird systematisch abgearbeitet. „Was habe ich gestern getan, was ist heute zu tun„. Während der Verstand langsam hochfährt sind die Gliedmassen schon wieder relativ mobil und es folgt der Griff zur Zigarettenschachtel. Noch unterbewusst ist der erste Tagespunkt die Selbstzerstörung. Das Zischen des Feuerzeuges, der erste Zug, eine neue Welt. Langsam ist auch der Verstand wieder gegenwertig. Der zweite Zug, „Scheiße, wieder ein Tag“ rasst durch den Kopf. Die simple Umschreibung für die noch bevorstehenden unangenehmen, aber doch nicht ausschlagebenden Details des Tages. Ein weiterer Zug an der Zigarette, ein Zurückfallen in den noch warmen Polster, ein kurzes Genießen des Lebens bevor die Realität anfängt, fünf, sechs, sieben Züge. Die Zigarette erlischt im Aschenbecher. Ein erster Schritt aus dem Bett, der Moment in dem realisiert wird, dass der Körper, anders als geglaubt, doch noch nicht voll mobil ist.

Der schleppende Weg zur Kaffeemaschine beginnt, es vergehen wenige Sekunden die wie Stunden wirken. Dann endlich steigt der Geruch von frisch gebrühten Kaffee in die Nase. Erste Momente der Freude und doch nur ein weiterer Schritt zur Selbstzerstörung.

Eine weitere Zigarette, dumpfe Musik deren Aussage noch nicht gänzlich wahrgenommen wird und der Kaffee. Der Tag hat endgültig begonnen und es gibt keinen Weg zurück. Der Gang ins Bad ist triest und drückt die Stimmung ebenso der Blick in den Spiegel. Haargenau in dem Moment in dem deine Augen die deines Spiegelbildes kreuzen schießt eine Frage durch den Verstand. „Wer bin ich?“. Es gibt keine Antwort, es gibt eine Zahl #110419. Identität, Kennung, Leben, Tod. Eine Zahl. Das Leben in der grauen Masse. Kurze Resignation. Diese Monotonie, diese ewige Routine. Wofür? Während ich mich Alltagstauglich mache hämmert diese Frage in meinem Kopf. Pocht tief in jeder Ader, frisst sich durch alle Synapsen.

Kurzschluss. Adrenalin. In diesem Moment ziehe ich den Rasierer, den ich gerade in Händen halte, quer über meinen noch freien Oberkörper. Der Ausstoß meiner Nebenniere, ein unermessliches Maß an Adrenalin überdeckt den Schmerz. Die blinde Raserei packt mich. Wut, Hass, Trauer überdecken jegliche andere Gefühlregung. Die Logik stirbt einen tragischen Tod und wird mitsamt all dem was an rationalem Denken existiert begraben. Getrieben von jenem Affekt öffne ich die Türe. Ich sehe meinen Nachbarn. Er sieht mich. Ich sehe die Angst in seinen Augen, diesen starren Blick. Mein bereits von Blut getränkter Körper stürtz in seine Richtung, der Schock lässt ihm keinen Bewegungsfreiraum. Für ihn offensichtlich eine Ewigkeit, für mich nur wenige Herzschläge. Ich lande hart mit den Knien auf seinem Beckenknochen und lasse seinen Kopf augenblicklich durch meine Hände auf den harten, gefließten Boden im Stiegenhaus einschlagen. Immer und immer wieder schlägt er auf. Blinde Wut treibt mich. Letztenendes platzt ihm der Kopf. Der Moment in dem langsam der Verstand wiederkehrt. Der Geruch von frischem Blut füllt das gesamte Stiegenhaus. Der Geschmack von Eisen liegt auf der Zunge. Keine Agression, keine Wut, kein Hass, keine Trauer. Die Kathasaris war erfolgreich, das Ausleben jener Wut hat dich geläutert. Du kehrst ins Bad zurück. Der Nachbar bleibt liegen in einer Lache aus Blut und das was einst Hirn darstellte. Du duscht. Du verbindest deine Schnittwunde. Du fährst zur Arbeit. Du bist #110419. Du hast zu arbeiten.

——-

Wieso ich diesen Text geschrieben habe?

Nennt es Gesellschaftskritik oder morbide Fantasie. Das überlasse ich euch …

Als letzte Anmerkung zu oben Geschriebenem möchte ich noch erwähnen das der Perspektivenwechsel kein literarischer Fehler war, sondern durchaus gewollt. Er hat durchaus Relation zu dem Text.

—–

Von draußen greift der junge Herbst wieder nach den einsamen Herzen
Hebt nun eure Gläser, lacht und spürt wieder der Sehnsucht Schmerzen
Denn solange Wunden pochen, Narben unsre Seele zieren
Fließt noch Blut und strömt noch Geist, so lasst uns etwas Zeit verlieren

Um zur „Realität“ zurück zu kehren…. Der rezitierte Nocte Obducta Text beschreibt meine Situation zur Zeit. Ich bin einfach gerade dabei „Zeit zu verlieren“ … aber ja … mal sehen wo mich das leben hintreibt …

so long kj~

Raindrops running trough my veins

30 Mai 2009 - Leave a Response

vorbei fliegt die Zeit, die Welt zieht uns fort

doch sehnt sich das Herz nach kein anderem Ort.

Heimdalls Wacht – Threnos

Ich brauche halt. Ich versteh nicht wieso, aber ich brauche gerade Halt. Und das von mir, nachdem meine Auffassung von Menschen die Halt suchen eher schwächlich war.

Das Individuum sollte „Stand-Alone“ sein, um ein bisschen Anglizismus walten zu lassen, es sollte nicht psychisch Abhängig von einer Zweitperson sein. Abhängigkeit ist stehts negativ und als schwäche des Geistes zu werten. Wieso also bräuchte ich gerade jemanden der mir einfach ein bisschen Halt und Nähe gibt?

Ist es ein Flashback als Reaktion auf meine schnelle Lebensart ohne jegliche feste Bindung? Es scheint so, jede Nacht verfolgen mich die selben Träume, Träume in denen jene Personen vorkommen die mir jemals halt gaben, doch nie effektiv war genommen bis zu eben jenem Moment. Die Ernüchterung aus einem endlos zu schneinendem Rausch, das Aufprallen nach einer rasanten Fahrt ohne Rücksichtsnahme gerade aus, ein Flashback von 1000 Drogen. Obwohl ich im Moment eigentlich glücklich bin hat mich etwas eingeholt das oben genanntem ähnelt. Eine Subkognitive Unzufriedenheit ist ins Licht getretten und wirkt nun schwer drückend. Ich bins leid. Was im genauen? Ich kann es nicht sagen aber mein Zynikerherz könnte doch nie zufrieden sein. Irgendetwas findet sich immer unter dem ich leiden kann, fast schon magisch, nahezug magnetisch wird dieser innere Masochismus immer wieder angezogen. So sehr ich auch predige das man mit [sic!] Nichts zufrieden sein sollte, fällt es mir auch schwer dies zu praktizieren. Es gelingt mir auch größtenteils doch von Zeit zu Zeit stolpert mein Verstand über ein Detail das mich unglücklich macht. Eines das sich vorher wochen/monate/jahrelang durch mein Unterbewusstsein frisst und dort wütet, unwissentlich das es dort ist lebt man dahin und es zerstört mehr und mehr die Gefühlswelt die tief in jedem Menschen verborgen liegt. Ich erstarre zu einem kalten emotionlosen Monster das an den letzten wenigen Persönlichkeitsvariablen fest hält. Getrieben von Nichts ins Nichts auf der vergeblichen Suche nach irgendetwas, dass das Leben lebenwert macht. Ich suche nach mehr als dem Tod. Nach mehr als Party, nach mehr als diesem kurzen Funkeln in einem Auge beim vorbei gehen mit dem das ganze Schicksal der Person schon besiegelt ist, nach mehr als Stagnation. Nach leben!

Ich werfe mir selbst zu viele Fragen auf… das wurde mir bereits tausende male gesagt, ich sollte nicht alles im Leben hinterfragen, hinter nichts einen tieferen Sinn vermuten und doch neige ich zu stark dazu. Ich bin keine 1000 Jahre zu spät gebohren, eher 1000 jahre zu früh in eine Gesellschaft die keinen Wert auf irgendetwas legt das für mich von Bedeutung ist. Wie ich auf die Schätzung komme das ich zu früh gebohren bin? Die letzten 2000 Jahre Menschheitsgeschichte sind von Dekadenz und materieller Habsucht beherrscht, wenigstens die Zukunft kann ich mir utopisch erträumen, wenn auch stillwissentlich das dies nur ein Traum bleiben wird. Tiere bleiben Tiere. Materie kann sich nicht ohne fremde Krafteinwirkung ändern, Selektion kann nicht ohne Mischung statt finden, bizarr aber wahr.

’s leben is schön…

hach ja…

so long ~kj

Wünsche und Träume – [Sinnlosigkeiten seltsamen Geistes enstprungen]

19 Mai 2009 - Leave a Response

Als er den ersten Wirbel geschlagen,
Da hat’s das Blut vom Herzen getragen.

- Totentanzlied aus Flandern

So wo fangen wir an, naja ich stand vorher im Bad und hatte einen etwas paradoxen Gedankengang, diese zwei Schlagwörter haben jetzt einige Fragen aufgeworfen.

Wieso treiben uns Wünsche und Träume, Setzten sie Persönlichkeitsvariablen? Zeichnet das Individium an sich zu einem Großteil seine Wünsche und Träume aus? Liegt es in unserer Natur, jenes Was-Wäre-Wenn-Gejage?

Reflexsiv gesehen, habe ich darüber nachgedacht das ich eigentlich kaum Wünsche, ein irgendwie ernüchterndes Resümee. Allerdings Träume, fällt dadurch eine Variable weg oder ist es ein Wechselspiel zwischen beiden?

Naja ich drifte ab, ich möchte hierzumal anmerken … o_O ich möcht nicht wissen was ich mir denk wenn ich das ein andermal wieder lese …

Nun denn, weiter im Text. Mit was-wäre-wenn möchte ich jetzt auf keinen Fall fortzsetzen da dies ins unermässliche gehen würde. Nun denn, den Sektor „Wunschdenken“ möchte ich im aktuellen Zustand nicht anschneiden – ich wollte diesen Gedanken nur festhalten um ihn in einem anderen Moment aus der Luft zu greifen und zu verstricken…

es regnet, es ist kalt, ein einziges blatt das sich mit dem tropfen gen’ erde bewegt, es fällt wie jede hoffnung, es fällt wie die tränen, es fällt – in der gewissheit dem verfall zu begnen. so fällt das letzte blatt im wind, um nie mehr aufzustehen. es folgt dem verfall, zerfall, dem ende. leis wiegt der wind den baum zu’m schlafe, in ewiger trauer um eine weitere tochter die dem verfall folgte.

Es brechen im momente zu viele zerfallene paradoxe Gedankenansätze. Die Widersprüchlichkeit im selben Atemzug wie die These. Philosophische Bulimie, Impressionen werden sinnzerkaut literarisch erbochen.

Der Ansatz jeglicher Philosophie, seine Umwelt „auffressen“ um sie in eigenen Worten zu erbrechen. Den freien Geist mit Ideen füttern, den schwachen Geist eigene Ideale aneeignen.

hach je lieber is mir von sekunde zu sekunde ist meine gedanken niederzuschreiben, ganz einfach wie sie fließen, desto mehr wird mir klar das dieser post auf nichts sinnvolles hinauslaufen wird. ich glaube das niemand ausser mir selbst aus diesem text irgendwas ziehen könnte. doch ist es im moment sehr befreiend dies zu tun, da das irgendwie meinen derzeitigen persönlichen stress absorbiert.

ich bin innerlich am brechen.

keiner siehts.

keiner solls sehen.

traurig aber wahr.

und morgen sieht die welt ganz anders aus.

wie jeder morgen.

alles ist anders.

veränderung ist alles.

und doch, ist es nur ein ewiger kreis.

leben.

träumen.

wünschen.

sterben.

morgen sieht die welt anders aus.

so long ~kj

Double Shot.

22 April 2009 - One Response

… leben um zu sterben, lernen zu sterben, den Tod erlenen?

Um wieder anzusetzen bei der letzten Frage des vorherigen Posts;

Ich werde mich hier massgeblich an Elisabeth Kübler-Ross orientieren, da Sie meiner Meinung nach die einzige Person ist die jene Forschung lang genug betrieben hat auch wenn Sie in späteren Jahren mehr und mehr ins Spirituelle abgegleitet ist. Das Leben ist ein einziger Lernprozeß und so fern es nichts mehr zu lernen gibt stirbt man, denn man hat alles erlernt was es zu lernen gibt. Das wäre die Folgelogik aus dem vorherigen Post, sofern man den Gedanke fortsetzt. Nun wird sich der Kenner denken das dies nichts Neues ist, [sic!] doch beziehe ich mich hier nicht auf die Vorbereitung für das Leben nach dem Tod, sondern darauf dass der Tod die endgültige Konfliktbewältigung ist.

Man erreicht die Stille, man erreicht die Gedankenleere, vollkommen Konfliktfrei. Doch kann man diese offenbar nicht ohne diesen „Trail&Error“ Leidens- und Werdegang erreichen. Der Lebenswille ansich scheint sich hartnäckig an den Menschen zu klammern, wenn auch oft nur subtil so hält er dich am Leben um zu lernen. So bizarr diese Aussage jetzt auf den ersten Blick scheinen mag, ist es dieser Ehrgeiz im Leben Situationen irgendwie zu bewältigen, doch vorran zu kommen und letztendlich diese Hetz nach Glück die uns leben läßt und diese Zirkulation in allem zuläßt.

Wer auch immer jetzt meint dies sei absolut aus dem Nichts gezogen möge dies glauben. Ich stütze mich hier auf eine Aussage in „Der Tod und das Leben danach (Kübler-Ross)“ in welchem erwähnt wird das noch kein einziger Patient für sich sterben wollte, suizid wurde von grundauf nur durch Dritte gefordert nie von der betreffenden Person selbst. Wieso? – Hier stellt sich meine These wieder ins Rampenlicht, dass uns irgend etwas vorran treibt und zum lernen zwingt, bis man bereit ist zu sterben. Aus welchen Gründen auch immer. Sterben wird ein Leben lang gelernt.

Das verallgemeinerte Beispiel des alten Menschen der erst dann geht, wenn er sich von allen – in irgendeiner art und weise – verabschiedet hat ist weitreichend bekannt. Ich für meinen Teil habe, durch meinen Zivildienst, dieses Beispiel des öfteren erleben können, welches von jenem schier übermächtigen Überlebenswillen zeugt. Er zwingt uns zu Leben bis zu dem Moment wo wir bereit sind uns mit dem Gelernten im Leben zu verabschieden. Anders als Kübler-Ross möchte ich hier noch anfügen, dass der unvorhergesehene Tod nicht zum Teil jenes Prozesses gewertet werden sollte.

fin

Ich bin mir im klaren, dass oben stehendes Konzept mehr oder weniger auf wackeligen Beinen steht allerdings wollte ich diese Frage doch noch in irgendeiner Art beantworten auch wenn das Ergebniss für mich selbst noch zu Wünschen übrig lässt. Aber lassen wir diese Frage vorerst ruhen, kommen wir zu einem weitaus amüsanterem thema:

Das Internet, jedem eine Stimme?

Das Internet hat jedem in Amerika eine Stimme gegeben und die Leute benutzen sie dazu um an … rumzunörgeln

- Jay und Silent-Bob schlagen zurück.

Nachdem ich heute darüber nachgedacht habe wie einfach es eigentlich ist seine Gedanken im Internet unter vollkommener annähernd gänzlicher Anonymität zu veröffentlichen, (das Beispiel ist in sich selbst erschloßen), habe ich mich gefragt ist ob diese Anarchie nicht doch Nachteil behaftet sein kann?

Wieviele etliche 100,000 Seiten gibt es nur über die Haustiere von X,Y,Z oder gar A? Sie sind sinnlos. Vielleicht stärken sie ja das Selbstwertgefühl von Herr X oder Frau Z allerdings sind sie für die Allgemeinheit einfach belanglos. Weitaus gefährlicher hier ist das radikale Freidenken vieler Leute, Charles Manson himself könnte ganz einfache seine Ansätze logisch ausformulieren und mit etwas rethorischen Geschick den Inhalt so verpacken das es für jeden logisch erscheinen würde. An dieser Stelle möchte ich anmerken das ich Charles Manson in keiner Art und Weise angreifen möchte, ich selbst bin fasziniert von diesem Menschen. Nun denn wie viele Leute haben heutzutage keinen Internetanschluss? Jeder 20ste ? Jeder 50ste? oder gar jeder 100ste? Jeder labile Pseudopsychopath kann sich daheim hinter seinen Computer setzen und radikalste Freidenkergedanken in sich aufsaugen – und er wird in der Anonymität des Netzes untergehen. Natürlich wird er dadurch kein Amokläufer oder Triebtäter allerdings setzt sich ein Stück fremdes Wissen an, dass durch unbekannte Herkunft, natürlich weder für seriös noch unseriös gewertet werden kann. In vielen Fällen nicht einmal für ethisch oder unethisch. Natürlich könnte man hier sagen, man könnte das alles auch in einem Buch niederschreiben und verbreiten doch das Potenzial für dergleichen ist weitaus beschränkter. Das Internet bietet Freiheit und Anonymität.

Worauf ich jetzt eigentlich hinaus möchte? Nun denn ich muss gestehen ich bin gedanklich total abgedriftet.

Anarchie. Gedankliche Anarchie. Radikales Freidenken. Nachdem das Internet inzwischen einen Großteil des sozialen Lebens vieler Menschen einnimmt, stellt sich mir hier die Frage: Was passiert wenn jeder Mensch – allein rein fiktiv – tuen kann was er will, im vollkommen Schutz der „Dunkelheit“? Allein hier wirft sich schon eine erste Gegenwelle gegen unser soziales System. Es wird Mitgefühl, Rücksichtnahme und Menschlichkeit ausgeblendet. Das Monster im Mensch kann erwachen, sich langsam transzendieren und seinen Sadismus leben. Es ist nur eine Frage der Zeit bis diese Gegenbewegung gegen soziales Leben durch ihre Präsenz in den Köpfen der Menschen manifestiert wird. Das Internet ist eine antisoziale Bewegung, natürlich im weitersten Sinn, ich will hier Niemanden unterstellen Soziopath zu sein, nur weil er einen Internetanschluss besitzt, aber ich würde auch wenn jeder Mensch ein Gewehr besäße und die Möglichkeit konsequenzenfrei damit umzugehen davon ausgehen, dass nicht jeder jemanden erschießen würde allerdings würden dies sicher genug tun. Die freie Stimme des Einzelnen, der kleinen lauten Mehrheit gegen über der großen schweigenden Massen hat faszinierende Wirkung und dies sollte man nie vergessen.

Es ist ein wirklich grotesker Denkansatz, aber ich wollte ihn trotzdem zu Papier bringen.

Nunja … ich habe keine Zigaretten mehr und in meinem Kopf staut sich ein Nexusknoten aus Gedanken der blockierend wirkt deshalb …

so long kj~

Der Tanz in den Wahnsinn

21 April 2009 - One Response

Ich hab den Weg zurück gefunden! … oder sowas in der Art.

Naja seit meinem letzten Eintrag ist ein turbulentes Jahr vorangeschritten und nichts ist mehr so wie es einst mal war. Nachdem ich gerade in einer sehr resignativen Phase hänge habe ich gedacht ich bring mein paradoxes Gedankenspiel wieder mal zu „Papier“ oder besser gesagt zu Lettern. Alles einerlei.

Fangen wir damit an das ich heute realisiert habe das Operation Clean-sweep einfach sinnlos war und ich jeden weiteren Eintrag behalten möchte. Der Nostalgiewert ist einfach zu hoch auch wenn die letzten Einträge schon weite Vergangenheit sind, so sind sie doch present in meinem Werdegang des Lebens – dem allmächtigen Strom – der fließenden Energie – der Persönlichkeits-Formung… es gäbe noch tausende Umschreibungen für die tiefere Symbolik von all dem was hier geschrieben wurde und geschrieben werden [sic!] wird. Doch ich will nicht in Synonyme abschweifen sondern beginne einfach mit dem alten Spiel; Was ist los?

Naja um meine Lage zur Zeit zu beschreiben bedarf es einiges an Nachholbedarf aber wir haben Zeit, nicht? Ich habe sie zumindest und wie es der gesunde Egoismus verlangt ist es mir ohnehin egal ob ihr sie habt, liebes Publikum, selbst wenn ihr nicht present seit so stelle ich euch mein Stück vor: Der Tanz in den Wahnsinn.

Setzen wir beim letzten Post im Jahre 2007, welche am 7ten Dezember diese Gefilde erreichte an. Dato war ich – damals noch mehr oder weniger glücklich – aber in reinem Unwissen und voller Hoffnung – mit meiner [sic!] Ex-Freundinn zusammen. Nun denn natürlich gibts im Leben kein Happy-End; es folgt stehts der Tod – schon garnicht für Exzesse.

Wieso Exzesse? Hier setzt dieses Stück an, wie ein „abgefucktes“ – entschuldigt die Wortwahl – Romeo und Julia oder ein schlecht inszeniertes Kabale und Liebe. Liebe kann grenzenlos sein, das muß ich ihr jetzt eingestehen aber Abhängigkeit und Zwang sollte Grenzen haben, am besten nichtmal Existenzberechtigung. Nun denn nachdem sich das Stück über viele Akte hinweg immer weiter richtung Verderben wendete starb nicht nur die Liebe sondern auch zahlreiche Gedankenansätze und unzählige Monate, unausprächlich viele Minuten und zigtrillionen Sekunden in einem Fegefeuer aus Hass, Eifersucht, Kontrolle, Intriegen und schlussendlich gemeinsamer Einsamkeit. Das Unglück kehrt in jedem guten Drama langsam keuchend, dem Schluss zugewandt, fast schon potenziell ansteigend ein. Ich möchte es nicht einmal näher ausführen. Ich werde lediglich ein paar Schlagphrasen einwerfen die mir im Gedächtniss geblieben sind, und fast schon traumatische Ausmaße haben. Krankheit; Zwang; Kontrolle; Geburtstag alleine; Zu zweit Einsam; Emotionslos; Hass; Gewalt; Fremdliebend.

Ich glaube jeder Mensch mit Sinn für die Tragik des Lebens kann sich hier sein eigenes Stück schreiben, ich werde nicht mehr näher auf diese Zeit eingehen.

Es endete nicht wie in den meisten vorhersehrbaren Stücken mit dem Tod doch mit der Freiheit.

Hier „steh“ ich nun, frei zu tun und zu lassen was immer ich möchte. Und der Tanz in den Wahnsinn ist vorrüber. Der Wahnsinn allerdings, ohnehin vorher zu gewissen Grad existent, verbleibt. Ansonsten wär’s ja nicht ich.

oh its time to introduce myself … again.

Nun denn, wie bereits aus vorherigen Einträgen bekannt, J., inzwischen fast im Grab mit 20 Jahren und einem weiteren Jahr voller Impressionen, Expressionen, Reflexionen, Wunden und Erfahrungen.

zum eigentlich Post-


Ewig währt der Lauf des Kreises
Das göttliche Feuer küsst das Land
Sonnenstäbe berühren den Durst des Eises
Zerbrochen liegt die Vaterhand

Stichwort: Statik. Jetzt nicht Statik im eigentlich Sinne der Architektur, mehr die Statik des Lebens. Was hält das Leben zusammen? Der ewige Kreislauf, Frühling – Sommer – Herbst – Winter, ein komplettes Menschenleben? Dieser Gedankensprung wirkt überspitzt und unzusammenhängend doch lasst mich die nähere „Logik“ hinter diesem paradoxen Gedankenspiel erläutern. Wieder einmal wurde mir vor Augen geführt, dass das ganze Leben ein einziger Zyklus ist der in sich selbst rotiert. Es ist ein einziger Lernprozeß, bis hin zum Tode (Kübler-Ross) und exakt dieser wiederholt sich einfach etliche Male. Man wird immer wieder vor die selben Situationen gesetzt bis man endgültig eine Lösung hat sie zu meiden oder zu lösen. Und dies scheint tatsächlich mit dem Jahreszyklus einher zu gehen, der Frühling ist die Phase der Geburt und der Kindheit hier wird man durch vermehrten Hormonaustoß zum Kind, zum Liebenden, zum Blinden, danach folgt der Sommer der mit der Zeit der Jugend einher geht, man ist der Erlebende, der Freie, zu gewissen grad der Rebel, der Freund, dem Sommer folgt dann der Herbst der vergleichbar ist mit dem Alt werden, man wird besonnener, genießender, langsamer, die Freiheit des Sommers wird zur Routine, der Sommer wird grau. Schlussendlich kröhnt der Winter das Werk, man verbittert, sucht Ruhe, findet Routine und alles widerwärtige was ihr folgt, bis hin zum Einbruch. Man weiß es ist Zeit zu gehen und man verabschiedet sich von diesem Abschnitt um im Frühling zu neuem Leben zu erwachen. Tod und Wiedergeburt.

Ich muss hier am Rande anmerken das diese These noch frei im enstehen begriffen ist und noch nicht im geringsten diskutabel, durch mangelnde Zeit zur Beobachtung.

Nun denn, ich möchte trotz allem diesen Selektivgedanken fortztsetzen. Wieso selektiv? Derartige Kreisläufe, Zyklen, Wiederholungen dienen meist zur Selektion. So wie Leben sich von Generation zu Generation durch Selektion weiterentwickelt so dürfte der tiefere Zweck dieses Kreislaufes sein. Man wird immer und immer wieder mit den selben Schwächen konfrontiert und so fern man nicht stagniert oder sich gar der Deevolution, die offenbar ganz im Mittelpunkt unserer Zeit steht, hingibt lernt man daraus die Situation zu meiden oder mit ihr so umzugehen das aus jener Schwäche eine Stärke entspringt. Und so fließt alle Energie immer entlang des großen Magneten (- Hunter S. Thompson). Doch dieser Prozeß des Lernens ansich ist so stupide und doch genial zu gleich. Es ist der Lauf durch einen finsteren Raum, immer gerade aus, man weiß die Wand kommt irgendwann, jeder Raum hat ein Ende, man bekommt die Zurufe das sich eine Wand nähert, doch effektiv realisiert man sie erst in dem Moment in dem man mit ihr kollidiert. Trail&Error. Stupide und Genial zu gleichermaßen.

Und so wird man letztendlich zur Frage zurückgeworfen, wieso? Lernen bis zum tot, das Prinzip unzähliger Naturreligionen – sind Menschen tatsächlich so stupide gestrickt das ihr einziger Zweck darin besteht das sterben zu lernen?

mit dieser Frage beende ich meinen Gedanken vorerst da sie an sich wieder genug Freiraum läßt um darüber zu philosophieren. Da mich allerdings die Müdigkeit erreicht hat werde ich für heute die Tasten ruhen lassen – und den Kopf arbeiten.

so long kj~