Ich hab den Weg zurück gefunden! … oder sowas in der Art.
Naja seit meinem letzten Eintrag ist ein turbulentes Jahr vorangeschritten und nichts ist mehr so wie es einst mal war. Nachdem ich gerade in einer sehr resignativen Phase hänge habe ich gedacht ich bring mein paradoxes Gedankenspiel wieder mal zu „Papier“ oder besser gesagt zu Lettern. Alles einerlei.
Fangen wir damit an das ich heute realisiert habe das Operation Clean-sweep einfach sinnlos war und ich jeden weiteren Eintrag behalten möchte. Der Nostalgiewert ist einfach zu hoch auch wenn die letzten Einträge schon weite Vergangenheit sind, so sind sie doch present in meinem Werdegang des Lebens – dem allmächtigen Strom – der fließenden Energie – der Persönlichkeits-Formung… es gäbe noch tausende Umschreibungen für die tiefere Symbolik von all dem was hier geschrieben wurde und geschrieben werden [sic!] wird. Doch ich will nicht in Synonyme abschweifen sondern beginne einfach mit dem alten Spiel; Was ist los?
Naja um meine Lage zur Zeit zu beschreiben bedarf es einiges an Nachholbedarf aber wir haben Zeit, nicht? Ich habe sie zumindest und wie es der gesunde Egoismus verlangt ist es mir ohnehin egal ob ihr sie habt, liebes Publikum, selbst wenn ihr nicht present seit so stelle ich euch mein Stück vor: Der Tanz in den Wahnsinn.
Setzen wir beim letzten Post im Jahre 2007, welche am 7ten Dezember diese Gefilde erreichte an. Dato war ich – damals noch mehr oder weniger glücklich – aber in reinem Unwissen und voller Hoffnung – mit meiner [sic!] Ex-Freundinn zusammen. Nun denn natürlich gibts im Leben kein Happy-End; es folgt stehts der Tod – schon garnicht für Exzesse.
Wieso Exzesse? Hier setzt dieses Stück an, wie ein „abgefucktes“ – entschuldigt die Wortwahl – Romeo und Julia oder ein schlecht inszeniertes Kabale und Liebe. Liebe kann grenzenlos sein, das muß ich ihr jetzt eingestehen aber Abhängigkeit und Zwang sollte Grenzen haben, am besten nichtmal Existenzberechtigung. Nun denn nachdem sich das Stück über viele Akte hinweg immer weiter richtung Verderben wendete starb nicht nur die Liebe sondern auch zahlreiche Gedankenansätze und unzählige Monate, unausprächlich viele Minuten und zigtrillionen Sekunden in einem Fegefeuer aus Hass, Eifersucht, Kontrolle, Intriegen und schlussendlich gemeinsamer Einsamkeit. Das Unglück kehrt in jedem guten Drama langsam keuchend, dem Schluss zugewandt, fast schon potenziell ansteigend ein. Ich möchte es nicht einmal näher ausführen. Ich werde lediglich ein paar Schlagphrasen einwerfen die mir im Gedächtniss geblieben sind, und fast schon traumatische Ausmaße haben. Krankheit; Zwang; Kontrolle; Geburtstag alleine; Zu zweit Einsam; Emotionslos; Hass; Gewalt; Fremdliebend.
Ich glaube jeder Mensch mit Sinn für die Tragik des Lebens kann sich hier sein eigenes Stück schreiben, ich werde nicht mehr näher auf diese Zeit eingehen.
Es endete nicht wie in den meisten vorhersehrbaren Stücken mit dem Tod doch mit der Freiheit.
Hier „steh“ ich nun, frei zu tun und zu lassen was immer ich möchte. Und der Tanz in den Wahnsinn ist vorrüber. Der Wahnsinn allerdings, ohnehin vorher zu gewissen Grad existent, verbleibt. Ansonsten wär’s ja nicht ich.
oh its time to introduce myself … again.
Nun denn, wie bereits aus vorherigen Einträgen bekannt, J., inzwischen fast im Grab mit 20 Jahren und einem weiteren Jahr voller Impressionen, Expressionen, Reflexionen, Wunden und Erfahrungen.
zum eigentlich Post-
Ewig währt der Lauf des Kreises
Das göttliche Feuer küsst das Land
Sonnenstäbe berühren den Durst des Eises
Zerbrochen liegt die Vaterhand
Stichwort: Statik. Jetzt nicht Statik im eigentlich Sinne der Architektur, mehr die Statik des Lebens. Was hält das Leben zusammen? Der ewige Kreislauf, Frühling – Sommer – Herbst – Winter, ein komplettes Menschenleben? Dieser Gedankensprung wirkt überspitzt und unzusammenhängend doch lasst mich die nähere „Logik“ hinter diesem paradoxen Gedankenspiel erläutern. Wieder einmal wurde mir vor Augen geführt, dass das ganze Leben ein einziger Zyklus ist der in sich selbst rotiert. Es ist ein einziger Lernprozeß, bis hin zum Tode (Kübler-Ross) und exakt dieser wiederholt sich einfach etliche Male. Man wird immer wieder vor die selben Situationen gesetzt bis man endgültig eine Lösung hat sie zu meiden oder zu lösen. Und dies scheint tatsächlich mit dem Jahreszyklus einher zu gehen, der Frühling ist die Phase der Geburt und der Kindheit hier wird man durch vermehrten Hormonaustoß zum Kind, zum Liebenden, zum Blinden, danach folgt der Sommer der mit der Zeit der Jugend einher geht, man ist der Erlebende, der Freie, zu gewissen grad der Rebel, der Freund, dem Sommer folgt dann der Herbst der vergleichbar ist mit dem Alt werden, man wird besonnener, genießender, langsamer, die Freiheit des Sommers wird zur Routine, der Sommer wird grau. Schlussendlich kröhnt der Winter das Werk, man verbittert, sucht Ruhe, findet Routine und alles widerwärtige was ihr folgt, bis hin zum Einbruch. Man weiß es ist Zeit zu gehen und man verabschiedet sich von diesem Abschnitt um im Frühling zu neuem Leben zu erwachen. Tod und Wiedergeburt.
Ich muss hier am Rande anmerken das diese These noch frei im enstehen begriffen ist und noch nicht im geringsten diskutabel, durch mangelnde Zeit zur Beobachtung.
Nun denn, ich möchte trotz allem diesen Selektivgedanken fortztsetzen. Wieso selektiv? Derartige Kreisläufe, Zyklen, Wiederholungen dienen meist zur Selektion. So wie Leben sich von Generation zu Generation durch Selektion weiterentwickelt so dürfte der tiefere Zweck dieses Kreislaufes sein. Man wird immer und immer wieder mit den selben Schwächen konfrontiert und so fern man nicht stagniert oder sich gar der Deevolution, die offenbar ganz im Mittelpunkt unserer Zeit steht, hingibt lernt man daraus die Situation zu meiden oder mit ihr so umzugehen das aus jener Schwäche eine Stärke entspringt. Und so fließt alle Energie immer entlang des großen Magneten (- Hunter S. Thompson). Doch dieser Prozeß des Lernens ansich ist so stupide und doch genial zu gleich. Es ist der Lauf durch einen finsteren Raum, immer gerade aus, man weiß die Wand kommt irgendwann, jeder Raum hat ein Ende, man bekommt die Zurufe das sich eine Wand nähert, doch effektiv realisiert man sie erst in dem Moment in dem man mit ihr kollidiert. Trail&Error. Stupide und Genial zu gleichermaßen.
Und so wird man letztendlich zur Frage zurückgeworfen, wieso? Lernen bis zum tot, das Prinzip unzähliger Naturreligionen – sind Menschen tatsächlich so stupide gestrickt das ihr einziger Zweck darin besteht das sterben zu lernen?
mit dieser Frage beende ich meinen Gedanken vorerst da sie an sich wieder genug Freiraum läßt um darüber zu philosophieren. Da mich allerdings die Müdigkeit erreicht hat werde ich für heute die Tasten ruhen lassen – und den Kopf arbeiten.
so long kj~